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St.Galler Spitäler weisen für 2018 einen konsolidierten Verlust von 4 Millionen aus

Dank Netzwerken kantonsweite Qualität

Die vier St.Galler Spitalverbunde schliessen das Geschäftsjahr 2018 mit einem konsolidierten Verlust von 4 Millionen Franken ab. Das ist eine Verschlechterung von 8,7 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Die Ergebnisse fallen je nach Spitalverbund unterschiedlich aus.


Konsolidiert hat die Gruppe der St.Galler Spitäler 1,28 Milliarden Franken Umsatz erwirtschaftet, was einer Steigerung um rund 42,6 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Kosten sind gegenüber dem Vorjahr ebenfalls gewachsen (um 44,1 Mio. Franken). So verzeichnet die Spitalgruppe mit 4,06 Millionen Franken einen Verlust (Vorjahr: 4,7 Mio. Franken Gewinn). Die Ergebnisse sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Über die ganze Spitalgruppe wurden 67'221 stationäre Patientinnen und Patienten behandelt. Der abrechenbare stationäre Anteil ist damit gegenüber dem Vorjahr um 0,3% leicht gestiegen (2017: 67'017).

 

Fremdbestimmung

Verwaltungsratspräsident Felix Sennhauser erläuterte anlässlich der Jahresmedienkonferenz, dass die konsolidierte EBITDA-Marge der Gruppe der St.Galler Spitäler gesamthaft auf 4,9% gesunken sei. Im Sinne des Vorsichtsprinzips sind in den Jahresabschlüssen auch einheitliche Rückstellungen für die St.Galler Pensionskasse vorgenommen worden, da sich die Arbeitgeber aufgrund des provisorischen Deckungsgrades per Ende 2018 an der Sanierung der Kasse beteiligen müssen. Der Blick auf die Jahresabschlüsse 2018 und die Budgets 2019 macht deutlich, dass auch in St.Gallen der «Berset-Effekt» spürbar ist (Tarmed-Kürzung: Der Bundesrat hatte auf das Jahr 2018 die Tarife für ambulante Behandlungen gesenkt). Total wurden im Jahr 2018 712'600 ambulante Besuche verzeichnet. Dies entspricht einer Steigerung von 31'000 Besuchen gegenüber dem Vorjahr (+4,6%). Die ambulanten Erträge aller vier Spitalverbunde sind im gleichen Zeitraum aber um 3,1 Mio. Franken gesunken (-1,7%). Dieses Beispiel zeigt auf, dass verschiedene Faktoren in der Rechnung der Spitalverbunde fremdbestimmt sind und nachhaltig nachteilige Auswirkungen mit sich bringen.

 

Volatilität

Die Budgetzahlen hatten für 2018 einen gesamthaften Verlust der vier Spitalverbunde von 25,7 Mio. Franken prognostiziert. Auch wenn mit dem aktuellen Verlust von 4,06 Mio. Franken eine Verbesserung gegenüber Budget erzielt werden konnte, sind die Gründe dafür einzelnen anzusehen. Diese Besserstellung ist ausschliesslich auf das Kantonsspital St.Gallen (KSSG) zurückzuführen. Die anderen drei Spitalverbunde haben praktisch gleich oder schlechter als budgetiert abgeschlossen (vgl. auch Ausführungen weiter unten zu den einzelnen Spitalverbunden). Ein Hauptgrund für die Verbesserung des KSSG liegt im Anstieg des Casemix-Index (CMI[1]) um 4,7% bei grundversicherten und zusatzversicherten Patienten. Seit dem Jahr 2017 ist die Volatilität des CMI gestiegen. Im Budget 2019 wurde er entlang des langjährigen Trends festgelegt.

 

Zukunftsaussichten

Die Spitalverbunde rechnen für 2019 mit einem gesamthaften Verlust von 22,4 Mio. Franken über alle vier Spitalverbunde und einer nochmals tieferen EBITDA-Marge von 2,9%. Verwaltungsrat und Geschäftsleitungen gehen auch in den nächsten Jahren von steigenden Verlusten aus. Es benötigt also Ergebnisse aus dem Leistungs- und Strukturentwicklungsprojekt, weiterhin konsequente betriebliche Verbesserungen und sicherlich auch Preisanpassungen (stationäre und ambulante Tarife).

 

Die Netzwerkstrategie war und ist eine Investition in die Zukunft!

Dank Netzwerken und Kooperationen zwischen den vier Spitalverbunden des Kantons St.Gallen und des Ostschweizer Kinderspitals hat die Bevölkerung schon seit vielen Jahren Zugang zu spezialisiertem Fachwissen des Kantonsspitals St.Gallen im ganzen Versorgungsgebiet. Beispiel Radiologie-Netzwerk: Seit mehr als acht Jahren profitieren das Spital Linth sowie die Spitalregion Fürstenland Toggenburg während 24 Stunden an 365 Tagen von der radiologischen Kompetenz der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des Kantonsspitals St.Gallen – einer der grössten Kliniken für Radiologie und Nuklearmedizin der Schweiz. Dieses erfolgreiche Netzwerk wird aktuell auch auf die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland ausgeweitet. Einheitliche Standards bei Untersuchungen und Befundung, Teleradiologie zu Dienstzeiten und in Notfallsituationen sowie eine zentrale Bilddatenbank sichern die kantonale Versorgungsqualität auf hohem Niveau.

 

 

[1] Fallschwere-Index im DRG-System

 

 

 

Zu den einzelnen Jahresabschlüssen der vier Spitalverbunde

 

Kantonsspital St.Gallen

Das Kantonsspital St.Gallen (KSSG) mit den Standorten St.Gallen, Rorschach und Flawil schliesst das Geschäftsjahr 2018 bei einem Jahresumsatz von 893 Millionen Franken (Vorjahr 856,6 Mio.) mit einem Gewinn von 2,5 Mio. Franken ab (Vorjahr 2,95 Mio.). Im Vergleich zu 2017 konnten nochmals mehr ambulante Besuche (2018: 511'188; 2017: 497'848) verzeichnet werden und auch im stationären Bereich sind die Frequenzen angestiegen (2018: 36'972 stationäre Patientenaustritte; 2017: 36'729). Erfreulich ist, dass diese hohen Frequenzen trotz intensiver Bautätigkeit auf dem Spitalareal möglich waren. Nach einer Bauzeit von knapp drei Jahren konnte im Herbst 2018 mit dem Haus 10 das erste fertiggestellte Gebäude des Neubauprojektes «come together» bezogen werden.

 

Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland

Die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (SR RWS) mit den Standorten Altstätten, Grabs und Walenstadt schliesst das Geschäftsjahr 2018 bei einem Jahresumsatz von 203,7 Millionen Franken (Vorjahr 200,8 Mio.) mit einem Verlust ab (2018: -0,67 Mio. Franken; Vorjahr Gewinn von 2,28 Mio.). Im Vergleich zu 2017 konnten nochmals mehr ambulante Besuche (2018: 94'964; 2017: 86'476) verzeichnet werden, im stationären Bereich sind die Frequenzen hingegen kaum angestiegen (2018: 16'172 stationäre Patientenaustritte; 2017: 16'087). Eine besondere Herausforderung stellt auch für die SR RWS die vom Bundesrat für 2019 verordnete Verlagerung von bisher stationär behandelten Fällen in den ambulanten Bereich dar. Herausforderung deshalb, weil die ambulante Vergütung im Vergleich zur stationären viel tiefer ausfallen wird.

 

Spital Linth

Das Spital Linth in Uznach schliesst das Geschäftsjahr 2018 bei einem Jahresumsatz von 76 Millionen Franken (Vorjahr 75,4 Mio.) mit einem knappen Gewinn ab (2018: 144'000 Franken; Vorjahr 0,47 Mio.). Im Vergleich zu 2017 konnten etwas mehr ambulante Besuche (2018: 46'295; 2017: 46'090) verzeichnet werden und im stationären Bereich sind die Frequenzen zurückgegangen (2018: 5'890 stationäre Patientenaustritte; 2017: 6'107). Aktuell gilt das Hauptaugenmerk der Geschäftsleitung einerseits der Frequenzentwicklung und anderseits dem Rekrutieren und Halten der entsprechenden Fachkräfte.

 

Spitalregion Fürstenland Toggenburg

Die Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT) mit den Standorten Wattwil und Wil schliesst das Geschäftsjahr 2018 bei einem Jahresumsatz von 104,6 Millionen Franken (Vorjahr 102 Mio.) mit einem Verlust ab (2018: -6,03 Mio. Franken; Vorjahr -0,98 Mio.). Im Vergleich zu 2017 konnten nochmals deutlich mehr ambulante Besuche (2018: 60'161; 2017: 51'095) verzeichnet werden, im stationären Bereich sind die Frequenzen hingegen kaum angestiegen (2018: 8'187 stationäre Patientenaustritte; 2017: 8'094). Das ambulante Wachstum beruht insbesondere auf der Inbetriebnahme der neuen Notfallstation mit integrierter Notfallpraxis in Wil im Januar 2018. Diese Inbetriebnahme verursachte aber ebenso wie der Bezug des neuen Bettentrakts am Spital Wattwil im März 2018 zusätzliche Kosten (rund 3 Mio. Franken). Die Umsetzung neuer Konzepte sowie die Rückstellungen für die Pensionskasse belasteten die Rechnung zusätzlich (rund 1 Mio.). Zusätzlich entstanden Einbussen in einzelnen Ertragsbereichen, insbesondere aufgrund des Tarmed-Eingriffs (rund -1 Mio.) und geringeren Einnahmen im Bereich der Zusatzversicherten (-0,7 Mio.).

 

 

 

Geschäftsberichte 

 

Die einzelnen Geschäftsberichte 2018 der vier Spitalverbunde werden Mitte Mai dem Kantonsrat übermittelt und können anschliessend auf der Homepage des jeweiligen Spitalverbundes heruntergeladen werden:

 

Kantonsspital St.Gallen                                                        www.kssg.ch

Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland         www.srrws.ch

Spital Linth                                                                              www.spital-linth.ch

Spitalregion Fürstenland Toggenburg                               www.srft.ch

 


Spitalverbunde - St.Galler Spitäler weisen für 2018 einen konsolidierten Verlust von 4 Millionen aus (01.03.2019 08:46)


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